Please prepare for Take-off!

🙂

Es ist kurz vor 23:00 Uhr als die A380 mit der Flugnummer LH796 nach Hongkong abhebt. Kurz vor dem Start kann ich vom Cockpit aus sehen wie die LH778 vor uns nach Singapur startet und durch den Funk kann ich hören, dass die LH500 und die LH572 nach Rio und Johannesburg direkt hinter uns aufgereiht sind. Ein aufregendes Gefühl, dass in allen Fliegern einer von uns sitzt und ein noch aufregenderes Gefühl, dass ich gleich 12 Stunden im größten Passagierflugzeug der Welt arbeiten darf! Gleich nachdem die Anschnallzeichen ausgeschaltet sind, geht es für alle von uns in die Kabine und wir werden von Anfang an komplett in den Service mit eingebunden. Auf dem Hinflug helfen wir beim Service in der Economy Class mit und verteilen Getränke, Essen, Snacks und heiße Tücher. Nach dem ersten Service geht es in die Pause und wir dürfen in einem Bett im Crewrest schlafen. Nach einer kurzen Aufwachzeit beginnt die Wache, das heißt man bleibt in der Galley (Bordküche) und ist da, falls ein Passagier etwas braucht. Danach fängt dann auch schon der zweite Service an, bei dem Frühstück, Kaffee und Tee verteilt werden. Kaum ist der Frühstücksservice vorbei, beginnt auch schon der Landeanflug. Der Flug, trotz den 12 Stunden, ist super schnell vorbei gegangen und es hat uns allen richtig viel Spaß gemacht Teil der Crew zu sein.

Layover in Hongkong

Im 118. Stock in der Ozone Bar

Angekommen im Hotel ging es mit einem Teil der Crew direkt weiter in ein kleines typisches Chinarestaurant. Ich war sofort beeindruckt von der Größe der Stadt und dem tollen Flair. Am ersten Abend sind wir mit der Fähre nach Kowloon Island gefahren und haben leckere Cocktails in der zweithöchsten Bar der Welt getrunken.

Victoria Peak

Am nächsten Tag sind wir zum berühmten Victoria Peak gefahren und haben ein dort die Aussicht genossen, es ist wirklich unglaublich, wie groß die Stadt ist, man hat das Gefühl es gibt überhaupt kein Ende. Nachmittags sind wir nochmal nach Kowloon Island gefahren, um über den Ladies Market zu schlendern und ein paar Souvenirs zu kaufen.

Ladies Market auf Kowloon Island

Kowloon Island ist genauso, wie man sich China vorstellt: Überall bunte Leuchtreklamen, super belebt und an jeder Ecke leckeres Essen. Das Layover war leider nur zwei Tage lang, aber man konnte trotzdem richtig viel machen und durch die Zeitverschiebung auch mal etwas länger durch die tollen Bars ziehen und das Nachtleben erleben. Hongkong ist wirklich eine super schöne und vielfältige Stadt, die man auf jeden Fall mal bereist haben muss 🙂

 

Layover in Singapur

Vor den Marina Bay Sands
Eine Bar auf der Haji Lane

Eine Stunde nach Ankunft im Hotel traf ich einen Teil der Crew in der Lobby. Wir machten uns auf den Weg nach Little India, ein kleiner Stadtteil in Singapur. Anschließend waren wir in der Haji Lane, eine Straße mit vielen aneinandergereihten, bunten Häusern. Nach kurzer Zeit setze ein für das tropische Singapur typisch starker, warmer Wolkenbruch ein. Vor dem Gewitter suchten wir Schutz unter dem Vordach einer Bar, wo wir gemütlich mit einem Drink, die ganze Nacht den einheimischen Straßenmusikern lauschten und das Gewitter beobachteten.

& bei Nacht

Für den nächsten Tag haben wir uns Sightseeing vorgenommen. Los ging es in einem typischen Tempel in Chinatown, wo wir eine buddhistische Zeremonie erlebt haben. Weiter ging es mit shoppen in der Orchard Road, eine über 2,5 Kilometer lange Straße, die berühmteste und größte Einkaufsmeile Singapurs. Nach einer kurzen Pause, etwas Verwöhnungsprogramm und leckerem Sushi machten wir uns auf den Weg nach Marina Bay Sands, ein eigenes Stück Las Vegas in Singapur. Ein kurzer Abstecher bei Gardens by the Bay, ein Zuhause für exotische Pflanzen aus aller Welt, wo die erstaunlichen Superbäume einen jeden Abend mit Licht und Musik in ein atemberaubendes Feeling versetzen, darf natürlich auch nicht fehlen. An einen Ort wie Singapur zu reisen, war das unglaublichste Gefühl, das ich je hatte. Singapur mit seinen verschiedensten Kulturen, einer Mischung aus Natur, Wasser, Wolkenkratzern, Partymeilen und kulinarischer Essensvielfalt ist atemberaubend zu erleben und auf jeden Fall immer eine Reise wert!

 

Layover in Rio de Janeiro

Aussicht vom Zuckerhut

Selbst als wir in Rio in den Crewbus gestiegen sind, war ich immer noch nicht müde, da ich immer noch überwältigt war von den ganzen Eindrücken während des Fluges. Im Hotel angekommen, gab es dann noch ein kurzes Debriefing, alle haben ihre Zimmerschlüssel bekommen und die Pick-Up Zeit für den Abflugtag wurde bekanntgegeben. Danach sind erstmal alle in ihre Zimmer verschwunden. Ich glaube ich war nicht die einzige, die sich gefreut hat, endlich die hohen Schuhe auszuziehen.
Nach ein paar Stunden Schlaf habe ich mich mit ein paar Kolleginnen getroffen, um Rio etwas genauer zu erkunden. Wir sind mit einem Bus zur Christusstatue gefahren. Sie ist wirklich riesig und von oben hat man eine schöne Aussicht. Abends hat sich fast die gesamte Crew zum Abendessen getroffen.
Am nächsten Tag haben wir uns früh morgens zum Frühstück getroffen, weil wir danach noch auf den Zuckerhut fahren wollten. Auch von dort hatten wir eine fantastische Aussicht auf die Copacabana, den Hafen und sogar die Christusstatue konnte man in der Ferne erkennen. Anschließend haben wir uns dann für ein paar Stunden an den Strand gelegt und die Sonne genossen. Nachmittags bin ich mit ein paar Kolleginnen aus meiner Crew und einem Azubi Kollegen zum Hafen gefahren und wir haben eine Sunset Boat Tour vor der Küste Rios gemacht.
Am Abflugtag war das Wetter durchwachsen und so sind wir mit Regenschirmen gewappnet zum Hippie Markt in Ipanema gelaufen und haben noch ein paar letzte Souvenirs besorgt, bevor wir zurück ins Hotel sind, um uns vor dem langen Flug noch ein paar Stunden auszuruhen. Und dann war es auch schon Zeit, den Koffer zu packen und in die Uniform zu schlüpfen.

 

Mein Fazit: Ich würde es jederzeit wieder machen!

 

Layover in Johannesburg

Am ersten Abend in Johannesburg ging ich zusammen mit der Crew in ein Steakhaus, das direkt neben dem Hotel lag. Wie ich erfuhr, ist das Tradition bei einem Layover in Johannesburg und es gab dort das beste Steak, das ich je gegessen habe!
Am nächsten Tag ging es auf Safari. Wir fuhren etwa 2 Stunden Richtung Norden in den Pilanesburg National Park. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Zwischenstopp bei einer Lodge, wo wir Babyhyänen und einen Geparden streicheln durften und ein sehr sehr leckeres Mittagessen bekommen haben. Im Nationalpark dann waren wir einige Stunden mit einem Guide unterwegs und konnten wirklich viele Tiere aus der Nähe sehen. Elefanten, Giraffen, Antilopen, Löwen, ein Nilpferd und sogar ein Babynashorn. Auch wenn sich die Fahrt zurück sehr zog und wir erst spät abends wieder zurück im Hotel waren, hat sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt!
Da ich auch noch etwas von der Stadt sehen wollte, machte ich mich am letzten Tag zusammen mit einem Teil der Crew auf den Weg nach Downtown. Es war wahnsinnig spannend mal eine solche afrikanische Stadt zu erleben. Wir besuchten dort die Aussichtsplattform des Carlton Centers, welches mit gerade einmal 223 Metern der höchste Wolkenkratzer Afrikas ist. Dort war alles anders als auf den anderen Wolkenkratzern, die ich bisher besucht habe. Es gab weder eine Sicherheitskontrolle, noch eine Schlange vor dem Aufzug und als wir oben ankamen, war es fast gruselig leer.

Es hat mich wirklich überrascht, wie vielfältig Johannesburg ist und es fasziniert mich wie riesig Südafrika ist. Es ist auf jeden Fall eine Reise wert und wenn man schon dort ist, sollte man auf jeden Fall ein Steak probieren und sich die Zeit für eine Safari nehmen!

 

Nach den zwei Tagen im Layover, die auch wie im Flug vergangen sind, geht es für uns wieder zurück nach Frankfurt. Auf dem Rückflug werden wir in der Business Class eingesetzt und einige von uns dürfen sogar kurz in der First Class mithelfen. In der Business Class zu arbeiten ist ganz anders als in der Economy Class. Es ist viel ruhiger, man hat mehr Platz und es ist um einiges persönlicher, da die Gäste mit Namen angesprochen werden. Auch der Rückflug ist sehr schnell vorbeigegangen und es hat wieder genauso viel Spaß gemacht, wie der Hinflug. Nach der Landung in Frankfurt heißt es Abschied nehmen von den Crews, mit denen wir die letzten Tage verbracht haben und die man in der kurzen Zeit schon gut kennengelernt hat, wobei es am Anfang nicht gerade einfach war sich 24 Namen zu merken.

Die Erfahrung einmal das Flugbegleiterleben kennenzulernen hat sehr viel Spaß gemacht und man hat jetzt viel mehr Respekt vor diesem Beruf. Es waren erlebnisreiche Tage und ein schöner Abschluss der Ausbildung.
Jetzt sind die meisten von uns schon in den Übernahmeabteilungen und bald schon sind wir fertig ausgebildete Luftverkehrskaufleute.

 

Bis demnächst

 

Eure LVKs 2015 🙂

 

Once you have tasted flight, you will forever walk the earth with your eyes turned skyward