Abheben für die gute Sache – eine Woche im Stadtteilbüro Hattersheim

Als dualer Student der Cyber Security habe ich in den letzten 1,5 Jahren unglaublich viel gelernt: Threat Modeling, IT-Sicherheitsarchitekturen, die Verwendung von KI in der Informationssicherheit und vieles mehr. Mein Arbeitsalltag besteht oft aus Quellcode, Konzepten und jeder Menge Technik. Umso mehr habe ich mich gefreut, als für eine ganze Woche ein völlig anderes Projekt auf dem Flugplan stand: Gemeinsam mit neun weiteren dual Studierenden und Auszubildenden der Lufthansa Systems ging es für mich ins Stadtteilbüro Hattersheim – raus aus dem gewohnten Cockpit und rein in ein Sozialprojekt, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Kaum gelandet, wurden wir vom Team des Stadtteilbüros mit einem liebevoll vorbereiteten Frühstück empfangen. Dieser herzliche Empfang war genau der richtige Treibstoff, um motiviert in die Woche zu starten – ich habe sofort gespürt, dass hier angepackt wird und jede helfende Hand willkommen ist. Frisch gestärkt teilten wir uns in kleinere Crews auf, um parallel an gleich drei größeren Vorhaben zu arbeiten – drei Aufgaben, die in den einzelnen Crews geplant, umgesetzt und erfolgreich abgeschlossen wurden.

Projekt 1: Der Fairteilerschrank

Ein echtes Highlight war die Vorbereitung des „Fairteilerschranks“ für seine festliche Inbetriebnahme am 26. März 2026. Damit künftig Lebensmittel geteilt statt weggeworfen werden, brachten drei duale Studierende den gesamten Bereich auf Vordermann: Sie reinigten alles gründlich, kärcherten die Sitzgelegenheiten und lackierten sie neu. Der Weg zum Schrank bekam mit frischen Trittplatten sein eigenes kleines „Rollfeld“, und zwei neu angelegte Blumenbeete laden nun zum Verweilen ein.

Die Neugestaltung des Fairteilerschranks.

Projekt 2: Ein Kindererlebnisbeet in der Essbaren Siedlung

In der „Essbaren Siedlung“ – ein öffentlicher Garten für die Nachbarschaft – entstand parallel ein neues Kindererlebnisbeet. Hier können sich Kinder künftig spielerisch mit Pflanzen beschäftigen und ganz nebenbei frische Erdbeeren, Tomaten, Himbeeren und viele weitere Leckereien naschen. Gemeinsam mit den Kindern bemalte die zuständige Crew Steine, die das Beet jetzt als farbenfrohe Deko schmücken. Eine liebevoll gestaltete Vogel- und Insektentränke sorgt zusätzlich für eine friedliche, lebendige Atmosphäre.

Das Kinderbeet in der Essbaren Siedlung

Projekt 3: Ein Eingangsbereich, der herzlich willkommen heißt

Das dritte Projekt war die Neugestaltung des Eingangsbereichs des Stadtteilbüros – und genau hier war ich gemeinsam mit meiner Crew im Einsatz. Von technischer Arbeit am Bildschirm war in dieser Woche keine Spur: Stattdessen wurde gebuddelt, gepflanzt, gesägt und gebohrt – also wirklich alles, was so dazugehört. Wir gruben Beete um, schaufelten jede Menge Erde, setzten neue Pflanzen und brachten frische Dekorationselemente an. Am Ende der Woche sah man dem Eingangsbereich die Veränderung deutlich an: Er wirkt jetzt spürbar einladender und heißt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich willkommen. Mit Schaufel, Säge und Bohrmaschine etwas Greifbares entstehen zu sehen, war eine richtig schöne Abwechslung.

Die Neugestaltung des Eingangsbereichs läuft auf Hochtour – unter den prüfenden Blicken der Zuschauer.

Gemeinsamer Landeanflug: das Gartenauftaktfest

Zum Abschluss der Woche halfen alle dual Studierenden gemeinsam beim Auf- und Abbau sowie der Durchführung des Gartenauftaktfests. Hier wurde zusammen gegessen, gelacht und gespielt – ein rundum gelungener Ausklang einer ereignisreichen Woche. Für ausreichend Treibstoff war die ganze Zeit über gesorgt: Das stets leckere Mittagessen hielt uns zuverlässig auf Reiseflughöhe.

Mit vollem Gepäck an schönen Erinnerungen wieder abgehoben

Nach einer Woche voller Engagement, Teamarbeit und neuer Erfahrungen hoben wir mit vielen schönen Erinnerungen und wertvollen Erkenntnissen wieder ab. Ich habe gemerkt, wie erfüllend es ist, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen, das direkt im Stadtteil sichtbar bleibt – eine ganz andere Art von „Projektabschluss“ als sonst am Bildschirm.

Für mich hat diese Woche gezeigt, dass ein duales Studium weit mehr ist als Vorlesungen und Praxiseinsätze in der Fachabteilung. Lufthansa Systems gibt uns dual Studierenden und Auszubildenden bewusst auch den Raum, über den Tellerrand der eigenen Disziplin zu blicken, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und als Team zusammenzuwachsen. Genau diese Mischung aus fachlicher Tiefe und Erfahrungen wie dieser macht das duale Studium für mich so wertvoll – und erinnert daran, dass die wichtigsten Kompetenzen nicht immer am Schreibtisch entstehen.

Ein großes Dankeschön gilt dem Team des Stadtteilbüros für die herzliche Betreuung und die Gelegenheit, uns aktiv einzubringen. Ebenso danke ich dem Förderverein für die Familienoffensive Hattersheim, durch den das Projekt – dank der Unterstützung von Eva Hamann – überhaupt erst möglich wurde. Ein Sozialprojekt, das sicher noch lange positiv nachwirken wird.

Außerdem bedanke ich mich bei allen weiteren dual Studierenden und Auszubildenden – die Zusammenarbeit hat sehr viel Spaß gemacht 🙂

-Euer Pavel

Pavel Kullmann

Dualer Student der Lufthansa Systems - Cyber Security